Bei Schmerzen in Schulter und Oberarm klären Sie zuerst, ob ein Notfall vorliegt: Plötzliche Schmerzen mit Brustdruck, Atemnot, Übelkeit oder kaltem Schweiß sind ein Fall für die 112. Liegt kein Warnzeichen vor, bewegen Sie den Arm im schmerzarmen Bereich weiter, statt ihn ruhigzustellen, und lassen die Beschwerden ärztlich abklären, wenn sie nach einem Unfall begonnen haben, Kraft fehlt, der Arm kribbelt oder taub wird oder der Schmerz trotz Schonung nicht nachlässt. In München führt der Weg außerhalb der Sprechstundenzeiten über die 116117 zum ärztlichen Bereitschaftsdienst, bei Verletzungen in eine Notaufnahme mit Unfallchirurgie und für die geplante Abklärung in die Hausarztpraxis oder eine orthopädische Facharztpraxis.

  • Ein Schmerz an der Außenseite des Oberarms kann seinen Ursprung in der Schulter haben, aber auch in der Halswirbelsäule oder – dann dringlich – im Herzen.
  • Warnzeichen wie Brustschmerz, Atemnot, Lähmung, Fieber mit geröteter Schulter oder eine Fehlstellung nach einem Sturz gehören sofort in ärztliche Hände (112, Notaufnahme oder 116117).
  • Ohne Warnzeichen gilt: schonen ja, ruhigstellen nein. Eine Ruhigstellung kann die Muskulatur schwächen und die Schulter steif machen.
  • Ob die Ursache in der Schulter liegt, zeigt erst die Untersuchung. Ein MRT ist nicht immer der erste Schritt.
  • Bei Schmerzen ohne Unfall steht zunächst die Behandlung ohne Operation im Vordergrund. Eine Operation wird nach Ursache und Verlauf abgewogen.
  • In München gibt es Bereitschaftspraxen an mehreren Klinikstandorten und unfallchirurgische Notaufnahmen in mehreren Stadtteilen.

Warum strahlen Schulterschmerzen in den Oberarm aus?

Schmerzen, die an der Außenseite des Oberarms etwa bis zur Mitte ziehen, können ihren Ursprung in der Schulter selbst haben. Der Grund liegt in der Nervenversorgung: Strukturen unter dem Schulterdach werden über Nervenbahnen versorgt, die auch die Haut am seitlichen Oberarm erreichen. Das Gehirn ordnet den Schmerz deshalb mitunter dort ein, wo er gar nicht entsteht. Mediziner sprechen von einem fortgeleiteten Schmerz.

Unter dem Schulterdach liegen die Sehnen der Rotatorenmanschette, einer Gruppe von vier Muskeln, die den Oberarmkopf in der Gelenkpfanne zentrieren und den Arm drehen und heben, und darüber ein Schleimbeutel. Wird der Raum zwischen Oberarmkopf und Schulterdach eng, etwa durch eine gereizte Sehne, einen entzündeten Schleimbeutel oder Kalkablagerungen in der Sehne, entsteht das Beschwerdebild, das als subakromiales Schmerzsyndrom oder Impingement (Engpass unter dem Schulterdach) bezeichnet wird. Typisch sind Schmerzen beim seitlichen Anheben des Arms, beim Anziehen einer Jacke, beim Schließen eines BHs auf dem Rücken und nachts beim Liegen auf der betroffenen Seite. Weitere mögliche Ursachen sind eine Schultersteife (Frozen Shoulder), eine Reizung der langen Bizepssehne, Verschleiß des Schultergelenks oder des Schultereckgelenks sowie Verletzungen nach einem Sturz.

Für Sie bedeutet das: Der Ort, an dem es wehtut, verrät nur einen Teil der Geschichte. Ob die Ursache tatsächlich in der Schulter liegt und welche Struktur betroffen ist, lässt sich erst mit einer gezielten Untersuchung sagen. Einen Überblick über die einzelnen Krankheitsbilder finden Sie in unserem Ratgeber zu Ursachen und Symptomen von Schulterschmerzen.

Wann sofort zum Arzt oder in die Notaufnahme?

  • Plötzliche Schmerzen in Schulter oder Arm zusammen mit Druck oder Enge in der Brust, Atemnot, Übelkeit, Schweißausbruch oder Schmerzen im Kiefer oder Oberbauch: sofort den Notruf 112 wählen.
  • Eine sichtbare Fehlstellung, ein Knacken mit sofortigem Funktionsverlust oder ein Arm, der sich nach einem Sturz nicht mehr bewegen lässt: Notaufnahme oder 112.
  • Plötzliche Lähmung oder Gefühlsverlust in Arm oder Hand: 112.
  • Fieber mit einer geröteten, überwärmten und stark schmerzenden Schulter, besonders nach einer Spritze oder Operation am Gelenk: noch am selben Tag ärztlich vorstellen, außerhalb der Sprechstundenzeiten über die 116117 oder in der Notaufnahme.
  • Rasch zunehmende Schmerzen, die sich durch keine Haltung bessern: ärztlicher Bereitschaftsdienst über die 116117.

Eine ausführliche Übersicht über die Warnzeichen finden Sie in unserem Ratgeber Was ist ein Warnsignal bei Schulterschmerzen?

Kommt der Schmerz von der Schulter, vom Nacken oder vom Herzen?

Schulter, Halswirbelsäule und Herz können ähnliche Beschwerden im Oberarm auslösen. Einige Merkmale helfen bei der Einordnung, ersetzen aber keine Untersuchung. Die Übersicht zeigt, worauf Ärztinnen und Ärzte bei der Abgrenzung achten.

MerkmalSpricht eher fürWer klärt ab
Schmerz beim Heben oder Drehen des Arms, nachts beim Liegen auf der Seite, endet eher oberhalb des EllenbogensSchulter (Sehnen, Schleimbeutel, Gelenk)Hausarzt oder Orthopäde
Schmerz zieht vom Nacken über die Schulter bis in Unterarm oder Finger, dazu Kribbeln oder Taubheit, Kopfdrehung verstärkt ihnNervenwurzel an der HalswirbelsäuleHausarzt oder Orthopäde, bei Lähmungen Notaufnahme
Schmerz unabhängig von der Armbewegung, mit Brustdruck, Atemnot, Übelkeit oder SchweißHerzNotruf 112
Schmerz nach Sturz oder Unfall mit Schwellung, Bluterguss oder KraftverlustVerletzung von Knochen, Sehnen oder GelenkNotaufnahme mit Unfallchirurgie, nach Arbeitsunfall Durchgangsarzt

Der Herzinfarkt verdient eine eigene Erwähnung, weil er im Alltag leicht mit einer verspannten Schulter verwechselt wird. Laut dem Gesundheitsportal des Bundesgesundheitsministeriums können die Schmerzen eines Herzinfarkts von der Brust in einen Arm, den Rücken, den Hals oder den Oberbauch ausstrahlen. Bei Frauen können Begleitzeichen wie Atemnot, Übelkeit und Erbrechen sogar die einzigen Anzeichen eines Infarkts sein. Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie lieber einmal zu oft die 112.

Die Halswirbelsäule ist eine weitere mögliche Quelle. Wird eine Nervenwurzel im Nacken gereizt, etwa durch einen Bandscheibenvorfall oder knöcherne Einengungen, strahlt der Schmerz entlang eines Nervs bis in den Unterarm oder die Finger aus und wird von Missempfindungen wie Kribbeln begleitet. Für die Untersuchung heißt das: Bei Schmerzen in Schulter und Oberarm gehört die Halswirbelsäule mit Nervenfunktion an Arm und Hand dazu.

Was können Sie in den ersten Tagen selbst tun?

Ohne Warnzeichen gilt in den ersten Tagen: die Schulter schonen, aber weiter bewegen. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), das unabhängige Gesundheitsinformationen herausgibt, weist darauf hin, dass eine Ruhigstellung die Muskulatur schwächen und die Schulter steif machen kann. Schonen heißt, schmerzhafte Bewegungen über Kopf, schweres Tragen und ruckartige Belastungen vorübergehend zu meiden. Bewegen heißt, den Arm im schmerzarmen Bereich im Alltag weiter zu benutzen, etwa beim Anziehen, Essen und Schreiben.

Was Sie konkret tun können:

  • Überkopfarbeiten, Wurfbewegungen und das Tragen schwerer Taschen auf der betroffenen Seite eine Zeit lang meiden.
  • Den Arm mehrmals täglich ohne Gewicht im schmerzarmen Bereich bewegen.
  • Nachts ein Kissen unter den Arm legen oder auf der anderen Seite schlafen, wenn das Liegen auf der Schulter schmerzt.
  • Rezeptfreie entzündungshemmende Schmerzmittel lindern laut IQWiG die Beschwerden etwas. Sie sind nur für kurze Zeit gedacht. Wer Magen-, Nieren- oder Herzerkrankungen hat oder Blutverdünner einnimmt, bespricht die Einnahme vorher mit der Hausarztpraxis oder Apotheke.
  • Einen Arm ohne Verletzung nicht auf eigene Faust in eine Schlinge legen. Eine Schlinge gehört zur Behandlung einer Verletzung und wird ärztlich angeordnet.

Welche Fehler Sie bei Schulterschmerzen außerdem vermeiden sollten, beschreibt unser Ratgeber Was sollte man bei Schulterschmerzen nicht tun?

Wann sollten Sie Schulter und Oberarm ärztlich abklären lassen?

Auch ohne Notfall ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll, wenn der Schmerz Ihren Alltag oder Schlaf einschränkt oder sich trotz Schonung nicht bessert. Konkret sollten Sie einen Termin vereinbaren, wenn

  • der Schmerz nach einem Sturz, einem Ruck am Arm oder einem Sportunfall begonnen hat,
  • Sie den Arm nicht mehr aus eigener Kraft seitlich anheben können oder deutlich Kraft fehlt,
  • Kribbeln, Taubheit oder Schwäche in Unterarm oder Hand dazukommen,
  • der Schmerz Sie nachts regelmäßig weckt,
  • die Schulter zunehmend steifer wird, obwohl Sie sie bewegen,
  • die Beschwerden über Wochen anhalten oder immer wiederkommen.

Nach einem Unfall gilt ein eigener Maßstab. Ein frischer Sehnenriss wird anders beurteilt als ein schleichender Verschleiß. Wer nach einem Sturz einige Tage abwartet, ob es besser wird, sollte eine anhaltende Schwäche deshalb zeitnah untersuchen lassen.

Für den Termin hilfreich sind vorhandene Röntgen-, Ultraschall- oder MRT-Aufnahmen mit den Bilddaten und nicht nur dem schriftlichen Befund, eine Liste Ihrer Medikamente und nach einem Unfall Datum und Hergang. Notieren Sie außerdem, bei welchen Bewegungen der Schmerz auftritt und ob er bis in den Unterarm zieht.

Wohin mit Schulter- und Oberarmschmerzen in München?

Welche Anlaufstelle passt, entscheiden Dringlichkeit, Tageszeit und Unfallhergang. Die Übersicht ordnet die typischen Situationen zu.

SituationAnlaufstelle in MünchenWie erreichbar
Warnzeichen für Herzinfarkt, Lähmung, schwere VerletzungRettungsdienst und NotaufnahmeNotruf 112
Verletzung nach Sturz oder Sport mit Verdacht auf Bruch oder AusrenkungZentrale Notaufnahme einer Klinik mit Unfallchirurgiedirekt oder über 112
Arbeits- oder WegeunfallDurchgangsarzt der gesetzlichen Unfallversicherungüber die Arztsuche der DGUV oder eine Notaufnahme
Akute Beschwerden abends, am Wochenende oder an Feiertagen ohne NotfallÄrztlicher Bereitschaftsdienst, Bereitschaftspraxis116117
Anhaltende Beschwerden ohne UnfallHausarztpraxis oder orthopädische FacharztpraxisTermin, für gesetzlich Versicherte auch über die Terminservicestelle 116117

Unter der Rufnummer 116117 erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns. Dort werden Ihre Beschwerden am Telefon strukturiert eingeschätzt. In München liegen mehrere KVB-Bereitschaftspraxen an Standorten der München Klinik, unter anderem in Schwabing, Bogenhausen, Harlaching und Neuperlach. Sie sind abends, am Wochenende und an Feiertagen geöffnet, aber nicht jeder Standort an jedem Wochentag. Für Sie heißt das: Prüfen Sie vor dem Losfahren über die Bereitschaftspraxis-Suche der 116117, welche Praxis gerade geöffnet hat.

Für Verletzungen sind die zentralen Notaufnahmen der Kliniken mit unfallchirurgischer Abteilung zuständig. Wer aus dem Münchner Norden kommt, hat mit der München Klinik Schwabing eine Notaufnahme mit Unfallchirurgie in der Nähe. Für den Osten liegen das Klinikum rechts der Isar in Haidhausen und die München Klinik Bogenhausen nah, beide nach eigenen Angaben überregionale Traumazentren. Für den Südosten ist die München Klinik Neuperlach die nächste Anlaufstelle, für den Süden die München Klinik Harlaching, für den Südwesten das LMU Klinikum am Campus Großhadern und für die Innenstadt der Campus Innenstadt in der Ludwigsvorstadt. Die Konsequenz: Bei einer Verletzung müssen Sie in München nicht quer durch die Stadt fahren, um eine unfallchirurgische Notaufnahme zu erreichen.

Nach einem Arbeits- oder Wegeunfall ist die gesetzliche Unfallversicherung zuständig. Laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung müssen Unfallverletzte einem Durchgangsarzt, also einem von der Unfallversicherung zugelassenen Arzt, vorgestellt werden, wenn die Verletzung über den Unfalltag hinaus zur Arbeitsunfähigkeit führt oder die Behandlung voraussichtlich länger als eine Woche dauert. Erwähnen Sie deshalb bei jeder Vorstellung, ob der Unfall auf der Arbeit oder auf dem Arbeitsweg passiert ist. Versicherte der Berufsgenossenschaften, die an der Schulter operiert werden müssen, versorgt Prof. Kirchhoff am Klinikum rechts der Isar.

Welcher Arzt in welcher Lage zuständig ist und wie Sie an einen Facharzttermin kommen, erklärt unser Ratgeber Zu welchem Arzt bei Schulterschmerzen in München?

Was passiert in der orthopädischen Sprechstunde?

Die Abklärung beginnt mit dem Gespräch und der körperlichen Untersuchung, nicht mit dem Bild. Wir fragen nach Beginn, Unfallhergang, Schmerzcharakter und Vorerkrankungen. Dann prüfen wir die aktive und passive Beweglichkeit der Schulter, die Kraft der einzelnen Sehnen der Rotatorenmanschette und die Halswirbelsäule mit Nervenfunktion an Arm und Hand. Bestimmte Funktionstests zeigen, ob eher das Schulterdach, die Bizepssehne, das Schultereckgelenk oder die Gelenkkapsel betroffen ist.

Ein Ultraschall kann Sehnen und Schleimbeutel während der Untersuchung darstellen. Ein Röntgenbild zeigt Knochen, Kalkdepots und Verschleiß. Ein MRT ist nicht immer nötig. Das IQWiG beschreibt, dass eine Bildgebung sinnvoll sein kann, wenn die Beschwerden trotz Behandlung nicht nachlassen, eine Operation erwogen wird oder eine andere Ursache vermutet wird. Dort steht auch, dass Befunde wie Verschleiß oder kleine Risse im Bild nicht immer zu den Beschwerden passen. Wann ein MRT vor dem ersten Facharzttermin sinnvoll ist, erklären wir in unserem Beitrag MRT bei Schulterschmerzen vor dem Spezialistenbesuch.

Am Ende steht ein Befund, und erst aus diesem Befund ergibt sich die Behandlung. Ein Bild allein ist keine Diagnose.

Welche Behandlung kommt infrage und wann wird operiert?

Bei Schulterschmerzen ohne Unfall steht zunächst die konservative Behandlung im Vordergrund, also eine Behandlung ohne Operation. Dazu gehören Physiotherapie, kurzfristig Schmerzmittel und in ausgewählten Fällen eine Spritze mit Kortison unter das Schulterdach. Laut IQWiG kann Physiotherapie die Schmerzen lindern und die Schulterfunktion verbessern. Kortisonspritzen können Schmerzen lindern und die Beweglichkeit verbessern, sollten aber nicht zu häufig gegeben werden, weil sie Sehnen und Knorpel schwächen können.

Wann operiert wird, hängt von der Ursache ab. Für das subakromiale Impingement gibt es eine Leitlinie der deutschen Fachgesellschaften für Orthopädie und Unfallchirurgie (AWMF-Registernummer 033-056, neu 187-060, Stand 20.11.2021, gültig bis 19.11.2026). Sie hat die Stufe S2e, ist also auf eine systematische Auswertung der Studienlage gestützt. Ihr erklärtes Ziel ist eine differenzierte Indikation zu konservativen oder operativen Therapieverfahren. Das IQWiG weist darauf hin, dass eine operative Erweiterung des Raums unter dem Schulterdach in Vergleichsstudien die Beschwerden nicht spürbar stärker gelindert hat als ein Scheineingriff, bei dem nur zum Schein operiert wird. Viele Fachleute raten deshalb, eine solche Operation erst zu erwägen, wenn eine umfassende Physiotherapie oder Kortisonbehandlung keine ausreichende Besserung gebracht hat.

Anders liegt es bei Verletzungen. Ein frischer Riss der Rotatorenmanschette nach einem Unfall, eine wiederholt ausgerenkte Schulter oder ein verschobener Bruch des Oberarmkopfs werden früher im Hinblick auf eine Operation besprochen. Ob eine Operation infrage kommt, welches Verfahren und mit welchen Risiken, besprechen wir nach Untersuchung und Bildgebung im Einzelfall. Manche Eingriffe an der Schulter erfolgen arthroskopisch, also als Gelenkspiegelung über kleine Schnitte. Auch dieser Eingriff hat Risiken, die vorher besprochen werden.

„Bei Schmerzen in Schulter und Oberarm steht am Anfang die Frage, ob die Ursache in der Schulter, im Nacken oder ganz woanders liegt. In München gibt es dafür mehrere Wege, vom Bereitschaftsdienst über die Notaufnahme bis zum Durchgangsarzt, und welcher passt, hängt vor allem davon ab, ob ein Unfall vorausging. In der Sprechstunde untersuche ich Schulter und Halswirbelsäule im Zusammenhang und entscheide erst mit diesem Befund, ob ein Bild nötig ist und welche Behandlung infrage kommt.“

Prof. Dr. med. Chlodwig Kirchhoff, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, München

Wie lange dauern Schmerzen in Schulter und Oberarm?

Wie lange die Beschwerden anhalten, hängt von der Ursache, dem Alter, der Belastung im Alltag und davon ab, wie früh die Behandlung beginnt. Für Schmerzen unter dem Schulterdach gibt das IQWiG an, dass sie bei etwa der Hälfte der Betroffenen innerhalb von sechs Monaten nachlassen, bei anderen aber deutlich länger bestehen. Eine Schultersteife verläuft in Phasen und kann sich über längere Zeit ziehen, wie wir in unserem Ratgeber zu den Phasen der Frozen Shoulder beschreiben. Nach Verletzungen oder Operationen richtet sich die Dauer nach Art und Schwere der Verletzung und nach der Nachbehandlung.

Eine Prognose für Ihren Einzelfall lässt sich erst nach der Untersuchung geben. Wenn sich der Verlauf ändert, etwa neue Schwäche, Taubheit oder nächtliche Schmerzen dazukommen, ist eine erneute Vorstellung sinnvoll.

Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Untersuchung.

Häufige Fragen

Kann ein Schmerz im linken Oberarm vom Herzen kommen?

Ja. Die Schmerzen eines Herzinfarkts können von der Brust in einen Arm, den Rücken, den Hals oder den Oberbauch ausstrahlen, und bei Frauen können Atemnot, Übelkeit oder Erbrechen die einzigen Anzeichen sein. Treten Schmerzen plötzlich und unabhängig von der Armbewegung auf, zusammen mit Brustdruck, Atemnot, Übelkeit oder Schweiß, wählen Sie sofort die 112.

Muss ich den Arm bei Schulterschmerzen schonen?

Schonen ja, ruhigstellen nein. Meiden Sie vorübergehend schmerzhafte Überkopfbewegungen und schweres Tragen, bewegen Sie den Arm aber im schmerzarmen Bereich weiter. Eine Ruhigstellung kann die Muskulatur schwächen und die Schulter steif machen. Eine Schlinge ist für Verletzungen gedacht und wird ärztlich angeordnet.

Brauche ich vor dem Orthopädentermin ein MRT?

Nicht unbedingt. Die Abklärung beginnt mit Gespräch und Untersuchung, oft ergänzt durch Ultraschall oder Röntgen. Ein MRT kann sinnvoll sein, wenn die Beschwerden trotz Behandlung anhalten, eine Operation erwogen wird oder eine andere Ursache vermutet wird. Vorhandene Aufnahmen bringen Sie mit den Bilddaten mit.

Woran erkenne ich, ob der Oberarmschmerz von der Halswirbelsäule kommt?

Hinweise sind ein Schmerz, der vom Nacken bis in Unterarm oder Finger zieht, Kribbeln oder Taubheit und eine Verstärkung bei Kopfbewegungen. Ein Schmerz, der beim Heben oder Drehen des Arms auftritt und oberhalb des Ellenbogens endet, spricht eher für die Schulter. Sicher klären lässt sich das nur mit einer Untersuchung von Schulter und Halswirbelsäule.

Wohin gehe ich am Wochenende mit starken Schulterschmerzen in München?

Ohne Unfall und ohne Warnzeichen rufen Sie die 116117 an, den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Bereitschaftspraxen gibt es in München unter anderem an Standorten der München Klinik, welche geöffnet hat, zeigt die Bereitschaftspraxis-Suche der 116117. Nach einem Sturz mit Verdacht auf Bruch oder Ausrenkung gehen Sie in eine Notaufnahme mit Unfallchirurgie, bei Warnzeichen für das Herz wählen Sie die 112.

Wer ist der beste Arzt bei Schulterschmerzen in München?

Einen objektiv besten Arzt gibt es nicht, aber prüfbare Kriterien. Für die Abklärung und Behandlung der Schulter ist die Facharztanerkennung für Orthopädie und Unfallchirurgie die Grundlage. Zertifizierungen von Fachgesellschaften, etwa als Schulter- und Ellenbogenchirurg der Deutschen Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie (DVSE) oder als Arthroskopeur der Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie (AGA), zeigen eine Spezialisierung. Wichtig ist außerdem, dass Befund und Behandlungswege mit und ohne Operation nachvollziehbar erklärt werden.

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Verfasst und medizinisch geprüft von Prof. Dr. med. Chlodwig Kirchhoff, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Zusatzbezeichnung Spezielle Unfallchirurgie, zertifizierter Schulter- und Ellenbogenchirurg (DVSE) und Spezieller Arthroskopeur (AGA). Praxis in der Sendlinger Straße 37, 80331 München, gegründet 2024. Zuständige Kammer: Bayerische Landesärztekammer. Stand: 12.10.2026, Leitlinienstand AWMF 033-056 vom 20.11.2021.

Quellen