Für Schulterbeschwerden ist in erster Linie der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie zuständig – für Verschleiß, Sehnenprobleme und Entzündungen ebenso wie für Verletzungen nach einem Sturz. Wer eine erste Einschätzung braucht oder in einem Hausarztvertrag eingeschrieben ist, beginnt beim Hausarzt. Nach einem Arbeits-, Schul- oder Wegeunfall führt der Weg zum Durchgangsarzt (D-Arzt), bei akuten Warnzeichen in die Notaufnahme oder über die 112 zum Rettungsdienst. Strahlt der Schmerz aus dem Nacken ein oder steckt ein anderes Organ dahinter, kommen Neurologie oder Innere Medizin dazu. In München verteilen sich dafür mehrere Notaufnahmen mit chirurgischer Versorgung über das Stadtgebiet, und außerhalb der Sprechstunden ist der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 erreichbar.

  • Erste Wahl bei Schulterschmerzen: Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie; bei komplexen oder wiederkehrenden Problemen ein Arzt mit Schwerpunkt Schulter.
  • Hausarzt zuerst: sinnvoll für eine Ersteinschätzung, verpflichtend nur, wenn Sie an der hausarztzentrierten Versorgung teilnehmen.
  • Arbeits-, Schul- oder Wegeunfall: Durchgangsarzt, nicht die freie Arztwahl.
  • Sofort handeln: ausgekugelte oder verletzte Schulter nach einem Unfall, Taubheit oder Lähmung im Arm, gerötete und geschwollene Schulter, Schulterschmerz mit Brustdruck oder Atemnot – 112 oder Notaufnahme.
  • Außerhalb der Sprechzeiten: ärztlicher Bereitschaftsdienst unter 116117.
  • Termin beim Facharzt über die Terminservicestelle: nur mit einer Überweisung, die einen Vermittlungscode trägt.

Ist das ein Notfall – oder hat es Zeit bis zur Sprechstunde?

Hinter Schulterschmerzen steckt laut dem Gesundheitsportal des IQWiG meist kein ernstes Problem; sie gehören dann in eine reguläre Sprechstunde. Dringend wird es, wenn ein Unfall vorausging, wenn Nerven oder Durchblutung betroffen sein könnten, wenn eine Entzündung im Gelenk denkbar ist oder wenn der Schmerz gar nicht aus der Schulter kommt. Das IQWiG nennt als Anlass für ärztlichen Rat unter anderem eine instabile oder ausgekugelte Schulter, Rötung, Wärme oder Schwellung, eine Verletzung nach einem Unfall sowie Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen.

Wann sofort zum Arzt oder in die Notaufnahme?

  • Die Schulter ist nach einem Sturz oder Unfall ausgekugelt, instabil oder sichtbar verletzt.
  • Arm oder Hand werden taub, oder es treten Lähmungserscheinungen auf.
  • Die Schulter ist gerötet, überwärmt und geschwollen.
  • Die Schmerzen sind sehr stark oder der Arm ist sehr schwach.
  • Der Schmerz setzt plötzlich ein und wird von Brustdruck, Atemnot, Übelkeit oder kaltem Schweiß begleitet. Die Deutsche Herzstiftung weist darauf hin, dass Herzinfarktschmerzen in Arme, Oberbauch, Rücken, Hals, Kiefer oder Schulterblätter ausstrahlen können – dann ist sofort die 112 zu wählen.

Bei Lebensgefahr gilt die 112. Für alles, was nicht bis zur nächsten Sprechstunde warten soll, aber nicht lebensbedrohlich ist, ist der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 der richtige Weg.

Warum diese Reihenfolge wichtig ist: Wer mit einem Herzproblem in eine orthopädische Sprechstunde geht, verliert Zeit. Die Frage „welcher Arzt?“ beantwortet sich also zuerst über die Dringlichkeit und erst danach über das Fachgebiet.

Muss ich zuerst zum Hausarzt oder kann ich direkt zum Orthopäden?

Sie können als gesetzlich Versicherter direkt zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie gehen. Das Fünfte Sozialgesetzbuch gibt Ihnen in § 76 die freie Wahl unter den zur vertragsärztlichen Versorgung zugelassenen Ärzten; eine Überweisung ist dafür nicht grundsätzlich nötig. Privatversicherte und Selbstzahler wählen ohnehin frei.

Eine Ausnahme gilt, wenn Sie an der hausarztzentrierten Versorgung Ihrer Krankenkasse teilnehmen. Dann haben Sie sich nach § 73b SGB V verpflichtet, fachärztliche Behandlung nur auf Überweisung Ihres gewählten Hausarztes in Anspruch zu nehmen – mit Ausnahme von Augen- und Frauenärzten. Wer nicht weiß, ob er eingeschrieben ist, fragt bei seiner Krankenkasse oder in der Hausarztpraxis nach.

Der Hausarzt kann trotzdem ein guter erster Schritt sein, und zwar aus drei Gründen. Er kennt Ihre Vorerkrankungen und Medikamente. Er kann Ursachen außerhalb des Bewegungsapparats einordnen, etwa ein Herzproblem. Und er kann die Überweisung mit Vermittlungscode ausstellen, die Sie für einen Facharzttermin über die Terminservicestelle brauchen. Bei klar mechanischen Beschwerden – Schmerz beim Heben des Arms, nächtlicher Schmerz beim Liegen auf der Schulter, Kraftverlust nach einer Zerrung – spricht wenig dagegen, direkt den Facharzt aufzusuchen.

Der Weg über den Hausarzt kann über mehrere Stationen führen: Hausarzt, Physiotherapie, eine Bildgebung. Das ist kein Fehler, kostet aber Zeit. Bessern sich die Beschwerden trotz Behandlung nicht, ist die fachärztliche Untersuchung der nächste Schritt.

Orthopäde, Unfallchirurg oder Schulterspezialist – wo liegt der Unterschied?

Die Facharztbezeichnung lautet heute „Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie“. Wer nach „Orthopäde“ oder „Unfallchirurg“ sucht, landet deshalb beim selben Fachgebiet: zuständig für Gelenke, Sehnen und Knochen, für Verschleiß ebenso wie für Verletzungen.

In der ersten Untersuchung fragt der Arzt unter anderem, wann die Schmerzen auftreten, und untersucht die Schulter körperlich. So lassen sich etwa vom Nacken ausstrahlende Schmerzen oder eine Schultersteife bereits abgrenzen. Bildgebende Untersuchungen können laut gesund.bund.de dann zielführend sein, wenn sich die Beschwerden trotz Behandlung nicht bessern.

Ein „Schulterspezialist“ ist keine eigene Facharztbezeichnung. Gemeint ist ein Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, der sich auf die Schulter, teils auch auf den Ellenbogen konzentriert – konservativ wie operativ. Ob jemand diesen Schwerpunkt tatsächlich hat, lässt sich an prüfbaren Kriterien ablesen:

KriteriumWas es aussagtWo Sie es prüfen
Facharzt für Orthopädie und UnfallchirurgieFachliche Zuständigkeit für Gelenke, Sehnen, Knochen und VerletzungenPraxiswebsite, Arztsuche der Kassenärztlichen Vereinigung
Zusatzbezeichnung Spezielle UnfallchirurgieZusätzliche Weiterbildung in der Unfallchirurgie, verliehen von der LandesärztekammerPraxiswebsite, Ärztekammer
Zertifikat der Deutschen Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie (DVSE)Schwerpunkt Schulter und Ellenbogen, von der Fachgesellschaft zertifiziertPraxiswebsite, Fachgesellschaft
Zertifikat der Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie (AGA)Schwerpunkt Gelenkspiegelung (Arthroskopie), also minimalinvasive Eingriffe über kleine SchnittePraxiswebsite, Fachgesellschaft
OperationsstandortWo und unter welchen Bedingungen operiert wirdPraxiswebsite, Gespräch in der Sprechstunde

Wann lohnt sich der Weg zum Spezialisten? Wenn die Diagnose unklar bleibt, wenn eine Operation im Raum steht, wenn die Schulter nach einer Verrenkung wiederholt instabil ist, bei Sehnenrissen der Rotatorenmanschette (der Muskel-Sehnen-Kappe, die den Oberarmkopf im Gelenk zentriert) oder wenn eine Zweitmeinung gewünscht ist. Für die erste Abklärung ist der orthopädisch-unfallchirurgische Facharzt auch ohne Schulterschwerpunkt zuständig. Wie Sie einen Schulterspezialisten gezielt auswählen, beschreibt unser Ratgeber zur Suche nach einem Schulterspezialisten in München.

Für die Praxis von Prof. Dr. med. Chlodwig Kirchhoff in der Münchner Altstadt bedeutet das: Er ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, trägt die Zusatzbezeichnung Spezielle Unfallchirurgie der Bayerischen Landesärztekammer und ist als Schulter- und Ellenbogenchirurg (DVSE) sowie als Spezieller Arthroskopeur (AGA) zertifiziert. Diese Angaben sind hier als Kriterium genannt, damit Sie sie bei jedem Arzt in gleicher Weise abfragen können.

Wer ist nach einem Arbeits-, Schul- oder Wegeunfall zuständig?

Nach einem Unfall bei der Arbeit, auf dem Weg dorthin oder in Schule und Kita gilt nicht die freie Arztwahl der Krankenkasse, sondern das Verfahren der gesetzlichen Unfallversicherung. Zuständig ist der Durchgangsarzt (D-Arzt), ein von den Berufsgenossenschaften und Unfallkassen bestellter Unfallchirurg oder Orthopäde.

Nach den Vorgaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sind Verletzte einem D-Arzt vorzustellen, wenn

  • die Verletzung über den Unfalltag hinaus zur Arbeitsunfähigkeit führt,
  • die Behandlung voraussichtlich über eine Woche dauert,
  • Heil- oder Hilfsmittel verordnet werden müssen oder
  • Beschwerden als Folge eines früheren Unfalls wieder auftreten.

Bei Schulterverletzungen ist das schnell der Fall, etwa wenn der Arm ruhiggestellt oder Physiotherapie verordnet werden muss. Der D-Arzt stellt die Weiche für die weitere Behandlung. Eine Suche nach D-Ärzten stellt die DGUV auf ihrer Website bereit.

Für München heißt das: Die D-Arzt-Sprechstunde einer Klinik oder Praxis ist nach einem Arbeitsunfall der richtige Ort, auch wenn Sie sonst einen anderen Orthopäden haben. Das LMU Klinikum gibt an, Arbeitsunfälle an beiden Standorten, Großhadern und Innenstadt, Tag und Nacht über die Notaufnahmen im Durchgangsarztverfahren zu versorgen.

Was Betroffene leicht übersehen: Wer nach einem Arbeitsunfall zunächst zum Hausarzt geht und den Unfall nicht erwähnt, landet im falschen Abrechnungsweg. Sagen Sie bei jedem Arztkontakt nach einem Unfall, wo und wobei er passiert ist.

Wann ist gar nicht die Schulter das Problem?

Nicht jeder Schmerz in der Schulter entsteht im Schultergelenk. Das ist der Grund, warum die Frage nach dem zuständigen Arzt manchmal erst nach der Untersuchung beantwortet ist.

HinweisMögliche HerkunftZuständig
Schmerz zieht vom Nacken in den Arm, Kribbeln oder TaubheitHalswirbelsäule, gereizte NervenwurzelOrthopädie und Unfallchirurgie, Neurologie
Schulterschmerz mit Brustdruck, Atemnot, Übelkeit oder kaltem SchweißHerzNotruf 112
Schulterschmerz zusammen mit Beschwerden im Oberbauch, Fieber oder allgemeinem KrankheitsgefühlInnere Organe oder eine allgemeine ErkrankungHausarzt, Innere Medizin

Der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie klärt in der Untersuchung, ob der Schmerz aus der Schulter kommt oder etwa vom Nacken ausstrahlt. Ergibt sich kein passender Befund an der Schulter, gehört der Weg zur Neurologie oder Inneren Medizin.

Wohin in München außerhalb der Sprechzeiten?

Außerhalb der Sprechzeiten ist der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 erreichbar, deutschlandweit ohne Vorwahl und rund um die Uhr. Über bereitschaftspraxen.116117.de finden Sie die jeweils geöffnete Bereitschaftspraxis in Ihrer Nähe. Das ist der passende Weg bei starken, aber nicht lebensbedrohlichen Schulterschmerzen am Abend oder Wochenende.

Nach einem Sturz mit Verdacht auf Verrenkung oder Bruch ist eine Notaufnahme mit chirurgischer Versorgung der passende Ort, weil dort Untersuchung, Röntgen und chirurgische Behandlung zusammenkommen. Im Stadtgebiet liegen mehrere davon:

  • Au-Haidhausen: Klinikum rechts der Isar, Ismaninger Straße 22. Die zentrale interdisziplinäre Notaufnahme für chirurgische und internistische Notfälle ist laut Klinikum rund um die Uhr besetzt.
  • Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt: LMU Klinikum Campus Innenstadt, Ziemssenstraße 5.
  • Hadern: LMU Klinikum Campus Großhadern, Marchioninistraße 15.
  • Schwabing-West: München Klinik Schwabing, Kölner Platz 1, mit einer Notaufnahme für Erwachsene bei Unfällen und chirurgischen Notfällen.
  • Ramersdorf-Perlach: München Klinik Neuperlach, Oskar-Maria-Graf-Ring 51, mit chirurgischer Notaufnahme.

Für die Erstversorgung zählt vor allem, wie schnell Sie dort sind. Es lohnt sich, einmal in Ruhe nachzusehen, welche dieser Notaufnahmen von Ihrer Wohnung oder Ihrem Arbeitsplatz aus am kürzesten erreichbar ist – nach einem Sturz bleibt dafür keine Zeit. Die Weiterbehandlung nach der Erstversorgung, etwa bei einem Sehnenriss oder einem Bruch, bespricht die Notaufnahme mit Ihnen; Kontrolltermine und Fristen, die dort genannt werden, sollten Sie einhalten.

Bei einem Arbeits- oder Wegeunfall erwähnen Sie in der Notaufnahme sofort den Unfallhergang. Dann wird von Beginn an im Durchgangsarztverfahren dokumentiert.

Wie kommen Sie in München an einen Facharzttermin?

Es gibt drei Wege, und welcher passt, hängt von Ihrem Versicherungsstatus und der Dringlichkeit ab.

Direkt bei der Praxis. Mit der Gesundheitskarte können Sie jeden zugelassenen Facharzt anrufen oder online buchen. Bei dringlicher Symptomatik lohnt es sich, das am Telefon klar zu sagen: Kraftverlust nach einem Sturz ist für die Terminvergabe eine andere Information als Schmerzen seit Monaten.

Über die Terminservicestelle. Unter der 116117 hilft der Terminservice der Kassenärztlichen Vereinigungen, einen Termin in einer Praxis zu finden. Für Facharzttermine brauchen Sie nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung eine Überweisung mit Vermittlungscode; ausgenommen sind Termine bei Hausärzten, Kinder- und Jugendärzten, Augenärzten und Frauenärzten. Für einen orthopädischen Termin über die Terminservicestelle brauchen Sie also zuerst eine solche Überweisung, etwa vom Hausarzt.

Privatsprechstunde. Privatversicherte und Selbstzahler können jede Praxis direkt ansprechen. Für gesetzlich Versicherte ist das ein Weg, wenn sie gezielt einen bestimmten Spezialisten sehen möchten und die Kosten selbst tragen.

Entscheidend für die Wahl des Weges ist, mit welcher Frage Sie kommen: Für die Ersteinschätzung genügt der nächstgelegene Facharzt, für eine Operationsentscheidung oder Zweitmeinung lohnt der gezielte Termin bei einem Schulterschwerpunkt.

Was sollten Sie zum ersten Termin mitbringen?

Je vollständiger die Unterlagen, desto mehr lässt sich im ersten Termin klären. Bringen Sie die Bilder selbst mit: Ein schriftlicher MRT-Befund ohne die Bilder lässt sich nur eingeschränkt beurteilen.

  • Überweisung, wenn Sie in der hausarztzentrierten Versorgung sind oder über die Terminservicestelle kommen
  • Bilder auf CD oder als Download-Zugang, nicht nur den schriftlichen Befund – Röntgen, Ultraschall, MRT
  • Vorbefunde und Arztbriefe, auch zu früheren Schulterproblemen und Operationen
  • Medikamentenliste, besonders blutverdünnende Mittel, Kortison und Diabetes-Medikamente
  • Bei Unfall: Datum, Ort, Hergang; bei Arbeits- oder Wegeunfall Name und Anschrift des Arbeitgebers
  • Bisherige Behandlung: welche Physiotherapie, wie lange, welche Spritzen, was hat sich verändert

Hilfreich ist auch eine kurze Notiz, wann der Schmerz auftritt: nachts beim Liegen, beim Heben über Kopf, beim Greifen nach hinten oder in Ruhe. Diese Angaben lenken die Untersuchung, weil verschiedene Schulterprobleme typischerweise in verschiedenen Bewegungen schmerzen.

Wer bezahlt welche Behandlung?

Wer zahlt, hängt nicht vom Krankheitsbild ab, sondern vom Versicherungsstatus und vom Anlass.

SituationKostenträgerAbrechnung
Gesetzlich versichert, keine UnfallursacheGesetzliche KrankenkasseÜber die Kassenärztliche Vereinigung, beim zugelassenen Vertragsarzt
Privat versichert oder beihilfeberechtigt (Beihilfe: Zuschuss des Dienstherrn für Beamte)Private Krankenversicherung, BeihilfeNach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ); Rechnung an Sie, Erstattung nach Tarif
SelbstzahlerSie selbstNach GOÄ, Umfang vorab im Gespräch klären
Arbeits-, Schul- oder Wegeunfall (BG-Fall)Berufsgenossenschaft oder UnfallkasseÜber den Durchgangsarzt
Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL), also Leistungen außerhalb des KassenkatalogsSie selbstNach GOÄ, Umfang vorab klären

Die Höhe einer Privatrechnung richtet sich nach der Gebührenordnung für Ärzte. Ob eine Leistung erstattet wird, entscheidet Ihr Tarif – fragen Sie vor größeren Untersuchungen oder Eingriffen bei Ihrer Versicherung nach. Bei Unfällen gilt: Nennen Sie den Unfallhergang von Anfang an, damit er dokumentiert ist und der passende Kostenträger angesprochen werden kann.

Wer operiert, wenn eine Operation nötig wird?

Ob überhaupt operiert wird, entscheidet der Befund. Neben der Operation gibt es die konservative Behandlung, also ohne Eingriff: Physiotherapie, Schmerzmedikation, Injektionen oder Stoßwellentherapie, bei der Druckwellen von außen auf das Gewebe gerichtet werden. Das IQWiG beschreibt Physiotherapie als Weg, die Schulter zu stärken und stabiler zu machen.

Operiert wird an der Schulter arthroskopisch, also über kleine Schnitte mit einer Kamera, oder offen, etwa beim Gelenkersatz. Welcher Weg in Frage kommt, ist eine Entscheidung im Einzelfall und gehört in das Gespräch nach Untersuchung und Bildgebung.

Wo operiert wird, hängt beim Facharzt mit eigener Operationstätigkeit vom Versicherungsstatus und von Begleiterkrankungen ab. Prof. Kirchhoff operiert in der Airport Clinic am Flughafen München und am Klinikum rechts der Isar. Am Klinikum rechts der Isar operiert er Patientinnen und Patienten nach Arbeitsunfällen (BG-Versicherte) sowie bei komplexen Vorerkrankungen. Fragen Sie bei jedem Operateur nach, wo er operiert, wer die Nachbehandlung übernimmt und wie der Weg zur Physiotherapie danach aussieht.

„Manche Patientinnen und Patienten fragen zuerst, ob sie mit ihrer Schulter bei mir überhaupt richtig sind. In München entscheidet über den Weg weniger das Fachgebiet als der Anlass: Ein Arbeitsunfall läuft über den Durchgangsarzt, ein Notfall in die Notaufnahme, ein Schulterproblem ohne Unfall in die Sprechstunde. Deshalb steht am Anfang immer die Untersuchung, und erst der Befund entscheidet, welche Behandlung und welcher Ort passen.“

Prof. Dr. med. Chlodwig Kirchhoff, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, München

Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Untersuchung und keine individuelle Beratung.

Häufige Fragen

Muss ich mit Schulterschmerzen zuerst zum Hausarzt?

Nein, als gesetzlich Versicherter können Sie direkt einen Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie aufsuchen. Ausnahme: Sie nehmen an der hausarztzentrierten Versorgung teil, dann brauchen Sie eine Überweisung Ihres Hausarztes. Für einen Termin über die Terminservicestelle 116117 ist eine Überweisung mit Vermittlungscode nötig.

Ist ein Orthopäde oder ein Unfallchirurg für die Schulter zuständig?

Beide. Die heutige Facharztbezeichnung lautet „Orthopädie und Unfallchirurgie“. Für Verschleiß, Sehnen und Entzündungen ist dieser Facharzt ebenso zuständig wie für Verletzungen. Einen besonderen Schwerpunkt erkennen Sie an Zertifikaten wie dem der Deutschen Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie (DVSE).

Wann gehe ich mit Schulterschmerzen in die Notaufnahme?

Wenn die Schulter nach einem Sturz ausgekugelt oder sichtbar verletzt ist, bei Taubheit oder Lähmungserscheinungen im Arm und bei geröteter, überwärmter und geschwollener Schulter. Schulterschmerz mit Brustdruck, Atemnot oder kaltem Schweiß ist ein Fall für die 112.

Wer ist nach einem Arbeitsunfall an der Schulter zuständig?

Der Durchgangsarzt (D-Arzt). Ihm sind Verletzte vorzustellen, wenn die Verletzung über den Unfalltag hinaus arbeitsunfähig macht, die Behandlung voraussichtlich über eine Woche dauert oder Heil- und Hilfsmittel nötig sind. Kostenträger ist die Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse.

Welcher Arzt hilft, wenn der Schmerz vom Nacken in die Schulter zieht?

Zuerst der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, der Schulter und Halswirbelsäule gemeinsam untersucht. Stehen Kribbeln, Taubheit oder Kraftverlust im Vordergrund, kommt die Neurologie dazu, um eine gereizte Nervenwurzel abzuklären.

Wohin mit Schulterschmerzen am Wochenende in München?

An den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 oder in eine geöffnete Bereitschaftspraxis, die Sie über bereitschaftspraxen.116117.de finden. Nach einem Sturz mit Verdacht auf Verrenkung oder Bruch ist eine Notaufnahme mit chirurgischer Versorgung der passende Ort, bei Lebensgefahr die 112.

Weiterlesen

Verfasst und medizinisch geprüft von Prof. Dr. med. Chlodwig Kirchhoff, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Zusatzbezeichnung Spezielle Unfallchirurgie, zertifizierter Schulter- und Ellenbogenchirurg (DVSE) und Spezieller Arthroskopeur (AGA). Praxis: Sendlinger Straße 37, 80331 München, gegründet 2024. Zuständige Kammer: Bayerische Landesärztekammer. Stand: 12.10.2026.

Quellen